Erste Hilfe bei Frust
Shownotes
Frust fühlt sich oft an wie etwas, das möglichst schnell weg muss. Ein Zustand, den wir reparieren, lösen oder kontrollieren sollten. In dieser Folge spreche ich darüber, warum genau das den Druck oft noch größer macht und warum Erste Hilfe bei Frust nichts mit schnellen Lösungen zu tun hat.
Ich teile meine Haltung zu Frust, erzähle von einem sehr persönlichen Moment auf der Trainingsmatte (inklusive Wut, Tränen und Perfektionsanspruch) und zeige dir, was es stattdessen wirklich braucht, wenn du gerade feststeckst.
Diese Folge ist für dich, wenn du: • frustriert bist und merkst, dass „reiss dich zusammen“ nicht hilft • keine Lust mehr auf schnelle Rezepte hast • spürst, dass du dich im Frust oft selbst unter Druck setzt • dir wünschst, bei dir zu bleiben, statt dich weiter zu verlieren
💛 Zentrale Botschaft dieser Folge: Erste Hilfe heißt nicht, Frust wegzumachen. Erste Hilfe heißt, dich im Frust nicht zu verlassen.
Am Ende nehme ich bewusst Druck raus und spreche auch darüber, warum es manchmal ein Akt von Selbstfürsorge ist, sich Hilfe zu holen, statt alles alleine tragen zu wollen.
Wenn du magst, schreib mir nach der Folge gerne, was dich gerade frustriert. Du musst da nicht alleine durch.
Ach ja, und falls du dich fragst, wie die Übung aussah … hier der Link zu Marks Table Top Video.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Oh Mann, wenn Frust so richtig nervt, dann suchen wir oft nach schnellen Lösungen.
00:00:06: Weg damit. Schnell.
00:00:07: Am besten sofort.
00:00:09: Doch genau diese schnellen Lösungen setzen uns häufig noch mehr unter Druck.
00:00:14: Und in dieser Folge spreche ich darum darüber, was Erste Hilfe bei Frust
00:00:18: wirklich bedeutet und warum es keine Wunderknöpfe braucht,
00:00:21: sondern etwas ganz anderes.
00:00:24: Schluss mit Frustik.
00:00:28: Der Podcast für mehr Klarheit, mehr Mut und mehr Du.
00:00:33: – von und mit Elke Paulussen.
00:00:40: Ahoi und herzlich willkommen an Bord.
00:00:43: Ja, der nächsten Episode rund das Thema Frust.
00:00:47: Und ich habe es ja bereits im Teaser verraten.
00:00:50: Erste Hilfe bei Frust hat nämlich überhaupt nichts mit
00:00:54: schnellen Lösungen zu tun.
00:00:56: Ich weiß, das kann jetzt im ersten Moment für dich ein ein bisschen
00:01:01: irritierend klingen, denn wir sind ja sehr darauf trainiert,
00:01:06: unangenehme Gefühle, wie zum Beispiel Frust, die ja auch
00:01:11: Schmerz irgendwo erzeugen und so ein Unwohlsein, möglichst schnell loszuwerden.
00:01:16: Irgendwas wollen wir tun, wir wollen was ändern, wir wollen, dass es
00:01:19: sich wieder richtig anfühlt.
00:01:22: Und genau wenn wir das ganz schnell wollen, fängt da nämlich
00:01:26: auch der innere Druck an.
00:01:29: Lass uns also genau da mal ein bisschen genauer hinschauen, was da passiert.
00:01:35: Tatsächlich ist es erst mal ganz natürlich, dass wir versuchen, dem Frust
00:01:41: schnell wieder zu entgehen, denn Frust fühlt sich ja erst mal bedrohlich an.
00:01:45: Der ist laut, der ist nervig, der macht uns nervös, unruhig.
00:01:49: Er will sofort Aufmerksamkeit.
00:01:53: Und unsere typischen inneren Reaktionen da drauf sind erst mal: „Ich muss
00:01:58: das jetzt in den Griff kriegen.
00:02:00: So will ich mich nicht fühlen. Das muss weg.
00:02:04: Das ist kein persönlicher Fehler.
00:02:06: Das ist dein ganz menschlicher Reflex.
00:02:09: Wir wollen einfach unangenehme Gefühle vermeiden und wir wollen auch
00:02:14: nicht strubbelige Gedanken haben.
00:02:17: Und dieser Frust ist was: „Nein, darauf können wir getrost verzichten.
00:02:22: Aber – und das ist das Problem – der Frust wird leider gar nicht leiser,
00:02:28: wenn wir ihn unter Druck setzen.
00:02:30: „funktioniert nicht, habe ich probiert, kann ich dir sagen, das klappt nicht.
00:02:35: Also lass uns mal versuchen, das ein bisschen neu zu denken.
00:02:40: Erste Hilfe heißt nämlich nicht Frust, – „klamma auf, schnell, mal zu, wegzumachen.
00:02:46: Erste Hilfe für mich bedeutet, dich erst einmal im Frust nicht selbst zu verlassen,
00:02:54: nicht im Stich lassen.
00:02:56: Lass mich dir das kurz erklären, wie sich das für mich da feststellt.
00:03:01: Was selbst verlassen konkret bedeutet: Wenn du dich selbst verlässt, dann
00:03:06: versuchst du, dich selbst anzutreiben.
00:03:09: Du versuchst, dich vielleicht auch kleinzureden.
00:03:12: Es zwingt dich, schnell zu funktionieren Und das tut dir in
00:03:18: Wirklichkeit gar nicht gut.
00:03:19: Es ist ein Reflex, es ist menschlich, aber es ist nicht förderlich für dich und
00:03:24: schon mal gar nicht im Frust selbst.
00:03:26: Also was viel besser wäre, wäre wirklich beides bei dir zu bleiben,
00:03:31: ehrlich hinzuschauen und nicht sofort das Gefühl zu haben, du
00:03:36: musst da an dir was reparieren und dich selber eben nicht fallen
00:03:40: zu lassen, bei dir zu bleiben.
00:03:43: Weißt du, ich kenne das von mir selber, dieses „Das darf nicht
00:03:47: sein, ich will da raus.
00:03:49: Es ist so ein innerer Fluchtgedanke.
00:03:54: Aber ich lade dich ein, da einfach mal die Perspektive zu wechseln, denn manchmal ist
00:03:59: das Mutigste, was du tun kannst, nicht wegzugehen.
00:04:04: Und vielleicht sagst du jetzt „Okay, Elke, und
00:04:08: spielst mal rein und merkst: „So richtig habe ich das noch nicht verstanden.
00:04:12: Also lass mich dich mal mitnehmen in eine Szene, die ich letzte Woche erlebt
00:04:19: habe und die super dazu passt.
00:04:22: Und zwar nehme ich dich mal mit in eine Sache, die ich
00:04:27: 2025 für mich neu begonnen habe.
00:04:30: Und zwar ist eines meiner erklärten Visionen und Ziele, dass ich gerne bei
00:04:36: guter Gesundheit wirklich alt werden möchte.
00:04:39: Ich habe da mal eine sehr schöne Serie auf Netflix gesehen über die Blue Zones,
00:04:43: über die Zonen der Welt, wo Menschen 100 Jahre alt werden, und zwar auf eine schöne
00:04:48: Art und Weise, nicht mit Leiden verbunden, sondern auf eine gute Art.
00:04:53: Und das hat mich damals motiviert, einige Dinge noch mal für mich zu überdenken,
00:04:56: zum Beispiel, wie ich alt werden will.
00:04:58: Und eine Sache, die ich 2025 daraus mitgenommen habe, war,
00:05:04: durch einen Tipp von einer Freundin ein bestimmtes Fitnessprogramm
00:05:07: anzufangen, und zwar mit Marc Lauren.
00:05:10: Ich weiß nicht, ob du den kennst.
00:05:12: Vielleicht hast du schon mal von der 90-Tages-Challenge gehört und mittlerweile
00:05:16: hat er seine Programme weiterentwickelt und ich habe eins gefunden, wo ich gedacht
00:05:19: habe: „Hey, cool, das probiere ich mal aus.
00:05:21: Warum? Sage ich dir auch.
00:05:23: Ich hatte nämlich einen totalen Frustmoment, als ich, ich glaube,
00:05:27: irgendwann im Frühjahr oder Sommer mal in der Küche irgendwas aufgehoben habe.
00:05:32: Ich bin in die Knie gegangen und in dem Moment kam ich nicht mehr hoch.
00:05:36: Ich darf dazu sagen, ich bin jetzt nicht der Trainierteste und in letzter Zeit habe
00:05:40: ich eben viel Zeit am Schreibtisch verbracht und als Schreibtisch-Täter habe
00:05:46: ich natürlich jetzt nicht mehr so das Fitness-Level.
00:05:48: Aber das war so ein Schock, so ein Hallo-Wach-Moment.
00:05:51: Frust kann auch ein Wegruf sein.
00:05:53: Und da habe ich gedacht: „Nein, Elke, das ist kein Ding.
00:05:56: Also zurück zu McLauren, habe ich den einer Freundin aufgegriffen, die von einem
00:06:01: Programm geschwärmt hat und hat gesagt: „Hey, das ist cool, kriegst
00:06:04: keinen Muskelkarte, alles super.
00:06:06: Ich habe mich angemeldet.
00:06:07: Ich habe das erste Programm von ihm, was zwölf Wochen dauerte,
00:06:10: richtig gut durchgezogen. Super.
00:06:12: Es folgte ein Folgeprogramm und da steigerten sich die Anforderungen.
00:06:17: Das Trainingslevel wurde höher und letzte Woche hatte ich zum ersten Mal einen
00:06:22: Moment, wo es so richtig gar nicht geklappt hat.
00:06:26: Es war eine Übung dabei, wo ich sofort, als ich sie gesehen habe, in mir irgendwas
00:06:30: zugemacht hat, wo sofort eine innere Stimme da war, die gesagt
00:06:34: hat: „Im Leben nicht.
00:06:36: Die hat sich kaputtgelacht und hat gesagt: „Nein, das kriege ich
00:06:39: auf gar keinen Fall hin.
00:06:41: Das kann ich gleich vergessen.
00:06:43: Ich habe es aber trotzdem probiert und du kannst dir vorstellen, was passiert ist.
00:06:47: Ich teile mit dir ganz ehrlich: Ich bin nicht nur nicht sportlich, ich
00:06:51: habe auch noch eine Figur, sagen wir mal, sie ist nicht die Gezelle.
00:06:57: Und als ich probiert habe, meinen Hintern hoch zu kriegen in dieser Übung.
00:07:01: Und ja, diese Übung heißt Tabletop.
00:07:04: Mich im Prinzip einmal aus einem Vierfüßlerstand komplett andersherum zu
00:07:09: drehen, hat das überhaupt nicht funktioniert.
00:07:12: Und das hat mich so was von gefrustet.
00:07:16: Ich bin nicht nur körperlich an meine Grenzen gekommen, es hat mich
00:07:19: auch sofort emotional zerlegt.
00:07:21: Mein innerer Perfektionist wurde so laut.
00:07:25: Ich wollte das unbedingt schaffen und es war sofort so eine Lücke zwischen dem, wo
00:07:29: ich eigentlich will und dass das nicht klappt.
00:07:31: Und am Ende vom Lied habe ich da gesessen.
00:07:34: Ich war wütend, ich habe rumgemotzt, ich habe Marc angemotzt im
00:07:37: Fernsehen, wo er die Übung zeigt.
00:07:39: Ich habe ein Tränchen verdrückt, ich habe geflucht, ich wollte einfach nur weg.
00:07:44: Vielleicht kannst du das so ein bisschen nachvollziehen.
00:07:47: Hast auch schon mal so einen Moment gehabt, wo du gedacht hast:
00:07:49: „Alter, im Leben nicht.
00:07:52: Und dann habe ich aber gemerkt, als ich mich im ersten Reflex so
00:07:59: ein bisschen ausgetobt hatte und meine Emotionen mal alle so rausgelassen
00:08:02: hatte, habe ich gemerkt: „Okay, stopp.
00:08:05: Es hat jetzt keinen Sinn, mich da so runterzuschrauben.
00:08:09: Und das war für mich so ein erster Moment, wo ich gesagt habe: „Okay, das, was ich
00:08:14: hier mache, ist jetzt nicht günstig für mich.
00:08:16: Natürlich wollte ich das sofort weghaben und dieses Weghaben war eben genau so ein
00:08:20: typisches Muster, wie ich oft darauf reagiere, wenn Dinge nicht von Anfang an
00:08:24: klappen oder wenn ich an meine Grenzen komme, dann ist so ein typisches Muster
00:08:28: von mir – ich weiß nicht, ob du das auch kennst – „Ich steig aus.
00:08:31: „nö, mache ich nicht mehr mit.
00:08:33: Und wie so eine kleine, beleidigte Lebewurst saß ich dann tatsächlich auf
00:08:36: meiner Matte da im Wohnzimmer und habe gesagt: „Nö, jetzt hört das auf.
00:08:42: Und dann kam aber so eine kleine innere Stimme, die sagte: „Hör mal, Elke,
00:08:46: erinnere dich mal, warum wolltest du das?
00:08:48: Und ich konnte mich daran erinnern, wie ich in dieser Küche saß und dass ich das
00:08:51: ja hier mache, meine Muskeln wieder fit zu kriegen und
00:08:55: mich wieder fit zu kriegen, weil ich gesund und in Würde und
00:08:59: fit alt werden möchte.
00:09:00: Also musste ich erst mal für heute akzeptieren: „Heute bin ich noch nicht so
00:09:05: weit, dass ich diese Übung so schaffe, zumindest in meinem Kopf.
00:09:10: Also bin ich trotzdem erst mal bei mir geblieben.
00:09:12: Das meinte ich. Ich habe mich nicht verlassen.
00:09:15: Ich habe auch nicht die Übungssituation verlassen, sondern ich habe mich kurz
00:09:18: wieder beruhigt, mich innerlich so ein bisschen in den Arm genommen und habe
00:09:22: gesagt: „Okay, was geht heute denn?
00:09:25: Was kann ich denn heute wirklich schaffen?
00:09:28: Ich habe einfach mit mir angefangen, einen inneren Dialog zu führen und
00:09:32: überlegt: „Okay, weißt du was, Elke?
00:09:34: Lass uns doch darauf einigen.
00:09:36: Du gibst heute dein Bestes.
00:09:38: Und wenn das noch nicht reicht, die Übung perfekt hinzukriegen – Liebe Grüße an
00:09:42: meinen inneren Perfektionisten, den ich dir in der späteren Folge noch vorstellen
00:09:46: werde –, aber habe ihm gesagt: „Hör mal, beruhigt dich.
00:09:49: Es ist vielleicht nicht perfekt, aber wir bleiben dran, weil wir
00:09:52: haben ja eine Vision.
00:09:53: Wir wollen ja irgendwo hin, wir wollen was verändern.
00:09:55: Und dann habe ich diese Übung einfach auf dem Level gemacht, wie ich sie konnte.
00:09:58: Und glaub mir, das sah nicht aus, es sah nicht anders aus wie bei Marc.
00:10:02: Und ja, ein Teil von mir hat sich ein bisschen geschämt, aber ein anderer Teil
00:10:06: war auch ganz stolz, weil ich habe es nämlich gemacht.
00:10:09: Ich habe mich tatsächlich einmal meinen eigenen Rücken gedreht.
00:10:13: Ich kann dir das schlecht erklären, das müsste man im Podcast.
00:10:15: Ist das etwas schwierig, aber du kannst es ja vielleicht mal googeln, Tabletop, mal
00:10:19: Lauren, vielleicht sieht man dann, was gemeint ist.
00:10:22: Auf jeden Fall habe ich vom Vielfüßlerstandes einmal andersherum
00:10:25: geschafft und dann war ich für den Tag ganz stolz.
00:10:30: Und siehe da, in den nächsten Tagen wiederholte sich das Training und ich
00:10:33: konnte dann merken, ich wurde immer besser.
00:10:36: Warum erzähle ich dir das?
00:10:37: Weil ich glaube, das ist ein sehr schönes, anschauliches Beispiel, was im Frust bei
00:10:42: dir vielleicht im Inneren passiert und was so eine erste Reaktion ist.
00:10:46: Und ich lade dich einfach mal ein, zu überlegen: Was passiert denn
00:10:51: bei dir, wenn du gefrustet bist?
00:10:52: Also was ist denn deine Reaktion?
00:10:54: Was ist denn deine schnelle Lösung, wenn du im Frust bist?
00:10:57: Ist es vielleicht, dich abzulenken?
00:11:00: Ist es vielleicht, die Situation zu verlassen?
00:11:02: Ist es vielleicht, aufzugeben, wie bei mir?
00:11:06: Dann lohnt sich vielleicht ein zweiter Blick als erste Hilfe, nämlich erst mal
00:11:11: bei dir zu bleiben und da genauer hinzuschauen, statt wegzuschauen
00:11:15: und das wegzudrücken.
00:11:16: Und ganz ehrlich, das, was ich gemacht hatte, hatte in dem Zeitpunkt gar nichts
00:11:21: mit Disziplin zu tun und ich hätte mich auch nicht gezwungen, es durchzuführen,
00:11:26: sondern ich habe wirklich noch mal für mich kurz Ende gehalten
00:11:30: mich mit dem verbunden, wo ich eigentlich hin will und wer ich bin.
00:11:34: Und dann habe ich mich getraut, mehr daran zu glauben und mir mehr daran zu
00:11:39: vertrauen, dass sich Dinge entwickeln können.
00:11:42: Und das ist eben keine Disziplin.
00:11:44: Das hat mit Selbstführung zu tun.
00:11:47: Lass mich dir deswegen auch noch mal sagen, weil das bei mir so funktioniert
00:11:52: hat, musste es bei dir nicht so funktionieren.
00:11:55: Es gibt sie eben nicht, die eine Erste Hilfe.
00:11:59: Es gibt keinen verdammten Wunderknopf, auf den man drückt, es macht
00:12:03: knickknack und der Frust ist weg.
00:12:05: Es gibt für mich, nach meiner Einschätzung, kein Schema F.
00:12:11: Jeder Mensch ist anders.
00:12:12: Jeder braucht etwas ganz Individuelles, was auf ihn zugeschnitten ist.
00:12:18: Darum bin ich eben auch der Überzeugung, dass es sehr, sehr wichtig
00:12:21: ist, sich selber gut zu kennen.
00:12:23: Eine gute Selbstkenntnis ist für mich eine der drei Hauptzutaten, ein glückliches
00:12:30: und erfülltes Leben zu gestalten.
00:12:33: Lass mich dich noch mal in ein anderes Bild mitnehmen, nämlich das Bild der
00:12:37: Ersten Hilfe haben wir ja schon genommen.
00:12:40: Und wenn wir bei Erste Hilfe bleiben, dann braucht der eine eben nur so ein
00:12:45: kleines Pflaster in dem Moment und der andere braucht einen Druckverband.
00:12:50: Das ist einfach davon abhängig, wie tief dieser Frust sitzt und wo der herkommt.
00:12:55: Also alles, wozu ich dich einlade, wenn du über Erste Hilfe im Frust nach
00:13:00: nachdenkst, ist, dass du deinen Frust ernst nimmst,
00:13:04: dass du den eben nicht direkt wieder weg haben willst, sondern wirklich dich
00:13:08: traust, auch wenn es vielleicht im ersten Moment ungewohnt ist und vielleicht auch
00:13:12: ein bisschen schwer fällt, hinzuschauen, wie tief der sitzt
00:13:16: und ihn nicht direkt mit so einem Etikett zu versehen und das da drauf zu patschen
00:13:21: und sagen: „Bäh, muss weg, sondern ihn eben nicht zu bewerten
00:13:25: und dich auch nicht zu vergleichen.
00:13:27: Das ist ja hier kein Wettbewerber, den größten Frust „Meiner ist schlimmer als
00:13:31: deiner, sondern versuch, deinen Frust und was ihn auszeichnet, so ein bisschen
00:13:38: herauszufinden, was dahinter steckt.
00:13:41: Also Erste Hilfe beginnt eben nicht mit dem Tun, sondern mit dem
00:13:46: Bewussten wahrnehmen.
00:13:47: Und manchmal bedeutet Erste Hilfe eben auch, zu merken, dass man
00:13:52: alleine gar nicht weiterkommt.
00:13:54: Und für mich auch etwas, was ich dir ganz wichtig mitgeben möchte:
00:14:00: Wenn du das Gefühl hast, dieser Frust sitzt tief und du kommst damit auf Dauer
00:14:04: nicht klar: „Bitte, bitte, bitte, hol dir Hilfe.
00:14:08: Das ist kein Scheitern.
00:14:10: Es ist was ganz anderes.
00:14:12: Es ist Selbstkontakt, es ist Selbstverbindung und
00:14:15: es ist Selbstfürsorge.
00:14:18: Es ist ein bei dir bleiben.
00:14:20: Und du darfst dann entscheiden, welche Art von Hilfe holst du dir.
00:14:25: Vielleicht ist es ein Gespräch mit einer Freundin, vielleicht ist es aber auch
00:14:29: Zeit, wenn das mehr so ein Erste-Hilfe-Druck-Verband ist,
00:14:33: dich wirklich auch mal zu trauen, vielleicht mit einem
00:14:36: Therapeuten zu sprechen.
00:14:38: Oder aber, wenn das so was ist, wo du sagst: „Okay, ich will,
00:14:41: dass das sich verändert.
00:14:43: Ich möchte diesen Frust nutzen, was anders zu machen, dann darf es
00:14:47: natürlich auch ein Coaching sein.
00:14:50: Nimm vielleicht einen zentralen Gedanken heute mit aus dieser Episode.
00:14:55: Du musst Frust nicht sofort lösen.
00:14:58: Du darfst erst mal bei dir bleiben.
00:15:01: Vielleicht beobachtest du beim nächsten Frustmoment einfach mal, wo du dir selbst
00:15:06: Druck machst und wo du dich selbst verlassen würdest und diesmal vielleicht
00:15:11: selber bei dir bleiben möchtest.
00:15:14: Du musst erst mal nicht sofort was ändern, sondern gönne dir die Zeit und
00:15:18: nimm erst mal wahr, was da ist.
00:15:21: Ja, ich möchte dich dazu einladen, von dem Punkt zu kommen, dass Frust
00:15:26: einfach zum Leben gehört.
00:15:28: Weißt du, ich habe früher eine Hundeschule gehabt und ich hatte ganz viele Menschen
00:15:32: in meiner Hundeschule, die mit ängstlichen und unsicheren Hunden gekommen sind und
00:15:37: die den Wunsch hatten: „Ich möchte aber nicht, dass der Angst hat.
00:15:41: Und weißt du, mit der Angst und dem Frust ist es ganz ähnlich.
00:15:45: Ganz viele Menschen wünschen sich im Leben diese unangenehmen Gefühle nicht, aber
00:15:48: wir können sie oft nicht vermeiden.
00:15:50: Sie gehören mit zum Leben.
00:15:52: Trauer, Wut, Frust, Angst.
00:15:55: Sie gehören zu einem lebendigen Leben.
00:15:58: Aber das heißt nicht, dass du nicht auch was tun kannst.
00:16:03: Du kannst einfach lernen, mit ihnen umzugehen.
00:16:05: Und das ist das Wichtige, was den Unterschied macht.
00:16:10: Also was ich dir gerne mitgeben möchte, ist mit dir, wenn du frustriert bist Lass
00:16:15: mich dir sagen, mit dir ist nichts falsch.
00:16:17: Auch wenn ich hier über Frust spreche, glaubt, hast du ja jetzt aus der Episode
00:16:21: hoffentlich mitgenommen, dass auch ich meine Frustmomente habe.
00:16:25: Das ist normal.
00:16:27: Und du bist nicht zu viel.
00:16:29: Du trägst denkst einfach im Moment vielleicht gerade viel und du darfst
00:16:33: dabei an deiner Seite bleiben.
00:16:36: Also, ich hoffe, es hat sich heute ein bisschen gelohnt, dass ich mich ein
00:16:39: bisschen nackig gemacht habe hier in dieser Folge und dir von meinem
00:16:43: persönlichen Frust mit Margi die auf der Mathe erzählt habe und ich hoffe, du
00:16:47: kannst trotzdem etwas davon mitnehmen.
00:16:49: Das wäre mein Wunsch für diese Folge, dass du einfach jetzt weißt, warum schnelle
00:16:54: Lösungen bei Frust eben oft alles schlimmer machen und jetzt weißt, dass du
00:16:59: eine Alternativ Alternative hast, nämlich mit dir selbst verbunden zu bleiben.
00:17:03: Ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder eine Nachricht
00:17:09: schickst, wie dir diese Episode gefallen hat.
00:17:11: Du findest meine E-Mail-Adresse natürlich in den Shownotes elke@elke-paulussen.
00:17:17: De und ich freue mich immer, von dir zu lesen.
00:17:19: Also lass mir gerne was da und jetzt gehe ich von Bord und wünsche dir noch eine
00:17:25: möglichst frustfreie Zeit, aber wenn, weißt du jetzt, wie
00:17:28: Erste Hilfe funktioniert. Und ich
00:17:58: Ich hoffe, du bist beim nächsten Mal
00:17:58: wieder dabei, wenn es heißt: Schluss mit Frustig, sei du selbst und mach dein Ding.
00:17:59: Deine Ecke.
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